Archiv für den Monat: August 2014

Pontifikalamt zur 800-Jahr-Feier von St. Maximin

Liebe Schwestern und Brüder,
daran hätte Pontius Pilatus mit Sicherheit nicht einmal im Traum gedacht: dass wir heute – tausende von Kilometern entfernt, zweitausend Jahre nach diesem Ereignis auf Golgotha -, immer noch an dieses Kreuz denken, das damals aufgerichtet wurde. Das hätte sich damals niemand vorstellen können! Das Zeichen des Kreuzes hat einen Siegeszug durch die Welt angetreten, der seinesgleichen sucht; und es ist heutzutage so weit verbreitet und bei uns so alltäglich geworden, dass es oftmals beinahe unmöglich ist, all die Darstellungen des Kreuzes, die einem den Tag über so begegnen, überhaupt noch wahrzunehmen.
Ab und zu ist es da ganz gut, wenn einem dann ein Kreuz begegnet, das ein klein wenig aus dem Rahmen fällt, so wie Ihnen das in Breisach am Rhein passieren kann. Seine besondere Form hat dieses Kreuz durch den Granatenhagel in den letzten Kriegstagen bekommen. Damals hat dieses Kruzifix beide Arme verloren. So wurde es anschließend in der Krypta aufgehängt, als Mahnmal gegen den Krieg: ein Kruzifix ohne Arme, nur noch der Kopf und der Leib.
Da hängt jetzt Christus ausgerechnet ohne seine Arme, ohne die Hände, mit denen er so viel während seines Lebens getan hat. Mit seinen Händen hat er das Brot gebrochen, hat es an seine Jünger ausgeteilt. Denken Sie an die unzähligen Menschen, die durch seine Hände gesund geworden sind, die Taubstummen, Lahmen und Aussätzigen. Erinnern Sie sich an die Hände, die er den Menschen gereicht hat, den Sündern, denjenigen, die nun zu ihm gehören wollten, und die er als seine Jünger aufgenommen hat. Was wäre Christus ohne diese Hände gewesen!
Und genau sie sind nun nicht mehr da. Genau sie fehlen nun an diesem Kruzifix. Aber nicht nur dort, die Hände Christi fehlen heute ja wirklich!
Wenn Jesus Christus heute eingreift, dann tut er das nicht mehr mit seinen Händen. Jesus Christus wirkt heute durch Menschen und ganz besonders durch diejenigen, die an ihn glauben. Er wirkt durch seine Kirche und er braucht deswegen auch die Hände seiner Kirche.
Unsere Kirche und unsere Pfarrgemeinden sind erst dann wirklich lebendig, wenn wir das, wofür Jesus Christus gelebt, was er gelehrt und was er getan hat, zu unserer eigenen Sache machen und ihn durch unsere Hände wirken lassen. Indem wir so die Welt gestalten, erhöhen wir das Kreuz.
Die Pfarrei St. Maximin feiert in diesem Jahr ihr 800jähriges Bestehen. Am Fest Kreuzerhöhung können wir den Höhepunkt der Feierlichkeiten in einem Pontifikalamt mit unserem Bischof Stephan begehen. Alle, die sich unserer Pfarrei St. Maximin verbunden fühlen, sind herzlich zur Mitfeier und zum anschließenden Pfarrfest rund um die Kirche eingeladen (Beginn am 14. September, 10:00 Uhr).
Ein herzlicher Gruß, besonders an die alten und kranken Menschen in unserer Pfarreiengemeinschaft!

Diakon Josef Grandjean