Archiv für den Monat: April 2014

Der Wonnemonat Mai ist da!

Dorothee-HoffendLiebe Leserinnen und Leser,

nun ist er da – der „Wonnemonat“ Mai; bei vielen Menschen sehr beliebt – mit dem Tanz in den Mai, Maiwanderungen oder der leckeren Maibowle.

Auch in der Kirche hat der Mai eine besondere Prägung – in besonderer Weise wird in diesem Monat Maria, der Mutter Jesu gedacht.

Maria – unzählige Bilder sind im Laufe der vergangenen 2000 Jahre von ihr gezeichnet worden. Kaum eine andere biblische Gestalt (abgesehen von Jesus) hat Glauben und Frömmigkeit in ähnlicher Weise inspiriert, aber auch keine droht so sehr unter den Bildern zu versinken. Sie ist die Gottesmutter, die Jungfrau Maria, die demütige Magd, die Himmelskönigin, die Schutzmantel-Madonna, die Schmerzensmutter ….

Neben den traditionellen Marienbildern wird Maria heute von Frauen und Männern neu entdeckt – als starke Frau, als Schwester im Glauben, als prophetische Maria, die mit ihrem Magnificat das Lied der Befreiung singt (Lk 1,46-55) und mit diesem Lied ihr tiefes Vertrauen in Gott ausdrückt.

Marias Vertrauen gilt einem Gott, der scheinbar Unmögliches bewirken kann und der die von Menschenhand gemachten Machtverhältnisse auf den Kopf stellt.

Mit Maria sind auch wir, besonders jetzt im Mai, eingeladen unseren Glauben an den befreienden und Leben-schenkenden Gott neu in den Blick zu nehmen und mit ihr in das Magnificat einzustimmen, das ein unbekannter Verfasser so übersetzt hat:

Das Vertrauen auf Gott stelle ich über alles.
Ich denke an ihn und freue mich – denn er ist mein Retter.
Obwohl nichts besonders an mir ist, hat er mich doch beachtet.
Nun wird man auch in Zukunft von meinem Glück reden,
denn er hat meinem Leben Bedeutung gegeben.
Er, der seine Macht so ganz anders erweist,
dessen Güte durch die Jahrhunderte erfahren wird,
von denen, die nach ihm fragen.
Sein Wirken überwindet jeden Widerstand:
die über alles erhaben sind, verlieren sich im Nichts.
Die sich der Welt bemächtigen wollen, greifen ins Leere,
aber die Unbeachteten gewinnen das Leben.
Die nichts vorweisen können, werden mit Glück beschenkt,
aber die alles schon haben, gehen leer aus.
Wer sich auf ihn verlässt, den richtet er auf,
weil seine Barmherzigkeit stets von neuem gilt –
wie es unseren Vätern gesagt worden ist,
Abraham und allen, die – wie er – Vertrauen haben.

Dorothee Hoffend