Archiv für den Monat: März 2014

Ostern naht

Foto IgnatiusLiebe Leserin, lieber Leser,
vor ziemlich genau einem Jahr gingen beeindruckende Bilder durch die Medien: Ein 76 Jahre alter Papst geht vor Gefangenen in die Knie und wäscht ihnen die Füße, ganz im Sinne und in der Tradition des Jesus von Nazareth. Damals fragten sich viele: „Beschert uns dieser neue Papst ein Ostern, eine Auferstehung, eine Erneuerung der Katholischen Kirche?“ Die Antwort auf diese Frage kann nicht Papst Franziskus allein geben. Mit unserem Leben können wir alle bewirken, dass Auferstehung hier und heute möglich wird.
Dies geschieht nicht plötzlich über Nacht. Auch die Jüngerinnen und Jünger Jesu brauchten Zeit, bis sie begreifen. Wir hören von Judas Iskariot, der seinen Freund verriet, und von Simon Petrus, der ihn verleugnet. Wir hören von Mitläufern und von Menschen, die gnadenlos werden im Namen des „rechten Glaubens“.
Wir hören aber auch von Menschen, die bereit sind, sich zu wandeln; die bereit sind, alte Gewohnheiten und Liebgewordenes abzulegen und sich dem Neuen zu stellen. Oft spüren wir die Hilflosigkeit der Menschen, so wie bei Petrus, der hinaus rennt zum Grab, der staunt und doch noch nicht so recht weiß, was er von all dem zu halten hat.
Oder auch wie bei Maria Magdalena und den anderen Frauen, die mit ihrer ganzen Trauer zum Grab gehen. Sie weinen und lassen ihren Tränen freien Lauf. Sie sprechen aus, was sie belastet. Sie wenden sich dann um und gewinnen neue Perspektiven.
Auch in unserem Leben, in unseren Gemeinden ist nicht immer alles gut und heil. Viele Veränderungen sind schmerzlich und bedrücken uns. Mitten im Loslassen, in der Trauer, der Enttäuschung die Kraft zum Leben zu finden, das ist immer ein langer, schmerzvoller Prozess. Darin sind die Geschichten der Bibel sehr realistisch.
Und doch sind es Geschichten der Hoffnung. Der Glaube, von dem sich Jesus und seine Freundinnen und Freunde getragen wussten, ist auch unser Glaube. Dieser Glaube geht weit über unsere Vorstellungen und auch über unsere Hoffnung hinaus. Es ist der Glaube, der Kraft gibt, hier und heute an die Verwandlung, an die Auferstehung, an das mögliche Neue zu glauben; darauf zu bestehen, dass es diese Verwandlung geben kann, dass es auch „ein Leben vor dem Tod“ gibt und dass dieses Leben immer einen Sinn hat.
Mit Ostern erreicht uns der Ruf des Auferstandenen, der Ruf aufzustehen aus jeglicher Lähmung und die Einladung zum Leben.

Im Namen des gesamten Teams grüße ich Sie ganz herzliche und wünsche Ihnen eine gesegnete verbleibende Fastenzeit und ein fröhliches Osterfest!
Ihr P. Ignatius Nadol OT

Ausstellung „Neue Synagoge für Koblenz“ – Eröffnungsveranstaltung in der Citykirche

Sehr geehrte Damen und Herren,
seit Dezember letzten Jahres wird es immer konkreter: Koblenz bekommt eine Synagoge.
Die heute knapp 1.000 Mitglieder zählende Jüdische Kultusgemeinde kann dann endlich das Provisorium in der ehemaligen Trauerhalle an der Schwertzstraße verlassen und bekommt angemessenen Raum für ihr lebendiges Gemeindeleben. Für ganz Koblenz ist es erfreulich, dass Jüdisches Leben im Zentrum der Stadt wieder sehr viel stärker wahrnehmbar sein wird. Zehn Studierende der Fachrichtung Architektur der Hochschule Koblenz haben im Rahmen ihrer Bachelor-Abschlussarbeit kreative Ideen für eine neue Synagoge in Koblenz entwickelt. Ihre Entwürfe präsentieren wir in einer Ausstellung vom Dienstag, 25. März bis Dienstag, 15. April in der Citykirche am Jesuitenplatz. Schautafeln mit geschichtlichen Informationen über Synagogen in Koblenz, dem aktuellen Stand der Dinge und Exponate aus der Koblenzer Synagoge ergänzen die Galerie.
Wir laden Sie herzlich ein zur Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung „Neue Synagoge
für Koblenz“ am Dienstag, den 25. März um 19.00 Uhr. Veranstalter der Ausstellung sind: Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Koblenz, Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit e.V. Koblenz, Dekanat Koblenz, Evangelischer Kirchenkreis Koblenz, Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V., Förderverein Neue Synagoge für Koblenz e.V., Freundschaftskreis Koblenz – Petah Tikva, Hochschule Koblenz Fachbereich Bauwesen-Architektur und die Jüdische Kultusgemeinde Koblenz K.d.ö.R.
Mit freundlichen Grüßen
i.A. der Veranstalter
Matthias Olzem
Pastoralreferent und 1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Koblenz