Archiv für den Monat: Oktober 2013

Vorfreude ist die schönste Freude

Liebe Leserinnen und Leser unserer Pfarreiengemeinschaft.
„Vorfreude ist die schönste (beste) Freude“ – sagt ein deutsches
Sprichwort, das schon über 200 Jahre alt ist. Nein, so alt ist unser
bisheriges Gesangbuch „Gotteslob“ nicht, aber 38 Jahre hat es nun
auch schon auf dem Buckel. Und Hand auf ́s Herz: Was hat sich in
dieser Zeit nicht alles in unserer Gesellschaft und in unserem
persönlichen Leben verändert?! Haben Sie sich in dieser Zeit nicht
auch schon mal des öfteren ein neues, moderneres Kleidungsstück
gegönnt, die Wohnung mit frischer Farbe oder anderen Möbeln versehen…? Sollte
es nun nicht auch an der Zeit sein, für unsere Gottesdienste ein neues,
zeitgemäßeres Gebet- und Gesangbuch anzuschaffen? Die Freude war groß, als
vor 12 Jahren die Deutsche Bischofskonferenz den Startschuss dazu gab (genauso
lange war übrigens die Vorlaufzeit auch beim alten Gesangbuch, das 1975
erschien!). Enttäuschung breitete sich vor kurzem aus, als wir erfuhren, dass die
eigentlich für den 1. Advent geplante Einführung des neuen Gebet- und
Gesangbuchs (das übrigens auch wieder „Gotteslob“ heißt) sich verzögern wird
wegen Unstimmigkeiten bei der Qualität des Druckes. Davon betroffen sind übrigens
17 der insgesamt 25 Diözesen (darunter auch Trier). Nach aktuellem Stand wird die
Auslieferung bei uns zwischen Februar und Ende März erfolgen. Doch wir haben
allen Grund, uns auf das neue Gotteslob zu freuen! Vieles hat sich in der Kirche
verändert; das muss sich auch in einem Gebet- und Gesangbuch widerspiegeln.
Taizé-Gesänge und viele seit langem etablierte Neue Geistliche Lieder sind im alten
Buch nicht vertreten, ebenso fehlen dort wichtige Lieder (z. B. „O du fröhliche“,
„Tochter Zion“ usw.). Formulierungen müssen angepasst und neue Gebetstexte und
–formen angeboten werden. Die meisten beliebten Lieder des bisherigen
Gesangbuchs finden wir auch im künftigen wieder, hinzu kommen traditionelle
Lieder aus älteren Vorgängerbüchern, die bisher schmerzlich vermisst wurden
(„Segne du, Maria“, Schubert-Messe usw.) und eine Vielzahl NGL-Lieder, wie wir sie
seit langem schon beispielsweise aus dem „Unterwegs-Heft“ kennen und singen.
Insgesamt kann man sagen, dass alleine im Stammteil des künftigen „Gotteslob“
136 Lieder hinzukommen, die bisher im alten nicht zu finden waren. Mit ca. 170
ökumenischen Liedern hat sich deren Zahl gegenüber dem bisherigen Gesangbuch
sogar verdoppelt. Geistliche Impulse, Hausgebete sowie Wort-Gottes-Feiern,
Tagzeiten-Liturgien und Andachten wurden neu gestaltet.
Musik ist eine besondere Sprache für alle Themen des Lebens und des Glaubens.
Deshalb sagt ein Lied wirklich mehr als tausend Worte. „Musik ist eine Sprache, wo
die Sprache endet“ (Rainer M. Rilke). In diesem Sinne dürfen wir uns also auf ein
neues Gebet- und Gesangbuch freuen, das auf rund 1.200 Seiten eine
abwechslungsreiche musikalisch-liturgische Vielfalt anbietet, wie sie bisher nicht
möglich war. Einen Vorgeschmack darauf bekommen Sie z. B. am Cäcilientag,
Freitag, 22. November, um 18.30 Uhr, bei einem mit Liedern und Chormusik aus
dem neuen Gesangbuch gestaltetem Gottesdienst in der Arenberger St. Nikolaus-
Kirche, zu dem ich Sie herzlich einlade!
Das neue „Gotteslob“ bietet die Chance, einen wichtigen Impuls in einer schwierigen
Situation der Kirche zu setzen und die Freude am Singen, Beten und gemeinsamen
Gottesdienst-Feiern zu beleben und neu zu entdecken. Und darauf dürfen wir uns
wirklich freuen!
Dr. h. c. Peter Stilger
Dekanatskantor

Danke sagen

Liebe Gemeindemitglieder in der Pfarreiengemeinschaft!
Der Arzt tritt aus dem OP zu den Angehörigen und sagt: „Es ist alles gut gegangen“.
Ein Aufatmen ist zu spüren.
Ein Jugendlicher steht am Straßenrand bei strömendem Regen. Da hält ein Auto,
nimmt ihn mit und bringt ihn bis vor die Haustüre. „Das war Klasse“.
Geburtstermin Ende September. Mitte September vorzeitiger Blasensprung. Dann
geht alles sehr schnell – morgens 03:25 Uhr, ein Kind beginnt zu atmen. Der Vater
und die Mutter staunen über den kleinen Erdenbürger, den sie wie ein unglaubliches
Geschenk empfinden.
Danke – das wäre ein guter Untertitel unter allen 3 Situationen.
Solche Situationen sind für mich Erntedank.
Die Menschen früher haben gewusst, weshalb sie Erntedank feiern: Sie waren mit
der Landwirtschaft gänzlich abhängig von Wind und Wetter. Sie wussten, dass nicht
alles nur von ihrem Können und Tun abhängig war, sondern dass es noch andere
Einflussfaktoren gab.
Auch heute noch können wir trotz unserer hochmodernen Welt nicht alles
bestimmen und nicht jedes Ziel nur durch eigene Kraft erreichen. Deshalb ist es
auch heute noch gut, Erntedank zu feiern, auch wenn wir vielleicht immer weniger
mit der Ernte auf den Feldern verbunden sind.
Da lohnt es sich zu danken, dass ein Kind gesund zur Welt gekommen ist. Danke
sagen, dass wir Leben bei der Geburt und nach Krankheit immer wieder geschenkt
bekommen. Und in dem Fall Gott Danke sagen: Danke, dass du es uns geschenkt
und uns ermöglicht hast. Ich glaube, dass hinter, bzw. in allem Wirken auch Gott ist.
Wir müssen zu unserem Leben etwas dazu tun, aber wir können auch darauf
bauen, dass Gott, der uns Vater und Mutter ist, die schützende Hand über uns hält.
Und das ist Erntedank: Gott ins Spiel bringen und ihm für die Ernte im letzten Jahr
danken: Dass die OP gelungen ist, dass ich ein gutes Gespräch mit jemandem
hatte, dass ich in Schule oder Beruf erfolgreich war usw ..
Vieles in unserem Leben ist ein Geschenk! Deshalb ist es auch gut und wichtig,
dass wir in diesen Tagen Erntedank feiern, sei es in den Gemeinden, in den
Schulen, in den Kindergärten, in den Altenheimen, bei den Senioren, in den
Familien. Dann denke ich, merken wir schnell, dass das Erntedankfest mehr ist als
nur ein Dank für die Früchte des Feldes und dass es bei dem Erntedankfest um
mehr geht.
Danke guter Gott, dass du unser Leben ermöglichst, auch in schweren Zeiten und
dass du uns mit trägst – in guten und in schweren Tagen; auch wenn wir es vielleicht
gar nicht direkt spüren. Du bist ein Gott, der uns immer wieder Kraft, Hoffnung und
Leben schenkt: Danke!
Ihr
P. Christoph Kehr OT