Archiv für den Monat: August 2013

versunkenes Schätzchen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
im Laufe der Zeit sammelt man so manches, was dann irgendwo in der Versenkung
verschwindet. Sicher kennen Sie das, irgendwann taucht es wieder auf. So ist es mir
ergangen, als ich mir Gedanken machte über das Geleitwort für den Pfarrbrief. Ganz
zufällig fiel mir das Katholische Gebet- und Gesangbuch für den Bundesgrenzschutz
in die Hände.
Am 03. Oktober 1966 wurde mir das Gebetbuch nach dem Vereidigungs-
gottesdienst ausgehändigt. An diesem Tag, ich war gerade 19 Jahre, wurden wir
nach dem Gottesdienst vom Standortpfarrer mit einem markigen Satz in unseren
Standort entlassen. Während meiner Dienstzeit im Bundesgrenzschutz begleitete
mich dieses Gebetbuch bis zu meiner Entlassung. Danach verschwand es in der
Versenkung. Heute, über 40 Jahre danach, habe ich das Schätzchen in der Hand.
Ich fand einen Text, der gut in die heutige Zeit und unser Gemeindeleben passt.
Unter der Überschrift „Kirche auf dem Weg“ steht da folgendes:
„Gott, ich träume von einer Kirche, die immer neue Wege zu den Menschen sucht
und erprobt mit schöpferischer Fantasie, die die Frohe Botschaft frisch und lebendig
hält.
Ich träume von einer Kirche, die offen ist für das Anliegen Christi und sich deshalb
interessiert für das Leben der Menschen und für die Erneuerung der Welt im Geiste
Jesu.
Ich träume von einer Kirche, die eine Sprache spricht, die alle verstehen, auch
Kinder und Jugendliche, in der sich auch die Jugend spontan und lebendig
ausdrücken kann, die Raum lässt für Initiative und Mitentscheidung.
Ich träume von einer Kirche, die prophetisch ist und die ganze Wahrheit sagt, die
Mut hat, unbequem zu sein und die unerschrocken das Glück der Menschen sucht.
Ich träume von einer Kirche, die Hoffnung hat, die an das Gute im Menschen glaubt
und die gerade in einer Welt voll Furcht und Verzweiflung voll Freude auf Gottes
Führung baut.
Gott hilf mir, dass ich an dieser Kirche mit bauen kann“.
Ich wünsche uns allen, dass wir uns unserer versunkenen Schätzchen erinnern,
Ihr Diakon Horst-Peter Moeller